"Millennials sind menschliche Kapitalanlagen"

"Millennials sind menschliche Kapitalanlagen"

Keine Generation investiert mehr in ihre Bildung als die Millennials, sagt der Autor Malcolm Harris. Warum haben sie weniger Geld als Berufsanfänger vor 30 Jahren?
 

ZEIT ONLINE: Vor ein paar Jahren war auf dem Cover von The Times eine junge Frau abgebildet, die gerade ein Selfie macht. Die ersten Sätze, die darüber standen, waren: "Die Ich-Ich-Ich-Generation. Millennials sind faule Narzissten, die immer noch bei ihren Eltern wohnen und zu hohe Ansprüche haben." Sie sagen, das Gegenteil sei der Fall. Warum?

Malcom Harris: Ich finde, mit diesen Klischees machen es sich die Medien zu leicht. Ich habe in den letzten Jahren mehr Artikel darüber gelesen, dass junge Menschen zu viel an ihren Smartphones kleben und Selfies machen, als über die 20 Prozent junger US-Amerikaner, die unter der Armutsgrenze leben. Oder darüber, dass mehr junge Menschen Medikamente gegen Depressionen und Angststörungen nehmen als jemals zuvor. Nicht erst die Smartphones haben die jungen Menschen verändert. Die Entwicklung begann in den siebziger Jahren: zum Beispiel durch die Schwächung der Gewerkschaften und die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts. Millennials sind menschliche Kapitalanlagen: Von keiner Generation zuvor wurde derart erwartet, von früh an ihr Humankapital zu mehren. Junge Menschen und ihre Eltern müssen heute viel mehr Geld, Zeit und Anstrengung in ihre Ausbildung stecken als früher. 
 

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